Wo kommt das Sparschwein her?

...soll um 1576 von Wilhelm Spieß von Büllesheim nahe dem rheinländischen Euskirchen (gelegen zwischen Aachen und Bonn erfunden worden sein. Jener von Büllesheim war der Burgherr einer Burg mit dem bezeichnenden Namen Schweinheim.

Um das "Wie" ranken sich zwei Legenden: eine eher sachlich-fortschrittliche und eine eher abenteuerliche. Beide kommen sympathisch daher. Die abenteuerliche Legende wird in der nebenstehende Ballade geschildert. Die andere ist kurz erzählt:
Burgherr Spieß von Büllesheim hielt seine Frau, seine Kinder und das Gesinde dazu an, Münzen in Sparschweinen, aus Ton geformt und mit einem Schlitz versehen, für eventuell bevorstehende Notzeiten zu deponieren. Ob von Büllesheim damit zugleich zum Vater der privaten Altersvorsorge wurde, ist genau so wenig überliefert, wie der tatsächliche Wahrheitsgehalt der Legenden- ist doch die Spardose, das " Spargefäß" wesentlich älter. Immerhin wurde dem Sparschwein im Jahr 2007 in Euskirchen ein Denkmal geweiht.
Das Sparschwein wird heute in zwei Arten unterteilt. Das klassische Sparschwein und das temporäre Sparschwein. Letzteres hat zwar meist ein recht langes Leben, es muss jedoch auch Hungerzeiten überstehen. Es wird oft vom Besitzer gemäß guter Vorsätze mit Geld gefüttert ( jedoch sind u.a. auch schon Knöpfe darunter gewesen sein), verliert aber seinen Bauchinhalt manchmal schnell, jedoch schmerzlos, durch eine am Bauch angebrachte Öffnung, so der Besitzer finanzielle Interessen hegt oder gezwungen ist, solchen nachzugehen.

Das klassische Sparschwein kann zwar auch ein gesetztes Alter erreichen, seinen Mageninhalt gibt es jedoch auf die eben beschriebene Weise nicht wieder her. Wird ihm oder dem Besitzer finanziell unwohl, ist die Schlachtung (meist mittels Hammer) unumgänglich.